Geplante Investitionsprojekte

Geplante Investitionsprojekte

Der Start der Abfallreform 2019 hat starke Bewegung auf dem Markt hervorgerufen. Viele Akteure haben Projekte vorgestellt und versuchen, sich staatliche Unterstützung für Sortieranlagen, Fabriken zur Abfallverarbeitung oder Müllverbrennung zu sichern.

Bau einer Müllverarbeitungsanlage im Gebiet Moskau (Foto: REO)

Mehr als 200 Anlagen zur Verarbeitung von Abfällen hat Präsident Wladimir Putin bis 2024 versprochen. Die meisten Projekte stecken allerdings noch im Anfangsstadium, in der Phase von Planung, Investitionsvorhaben oder Abstimmung mit den Behörden. Einige Projekte sind allerdings schon weiter fortgeschritten.

RT-Invest, einer der größten Akteure auf dem russischen Markt, ist zugleich auch einer der aktivsten im Zuge der Reform und hat bereits mit dem Bau mehrerer Anlagen begonnen. Insgesamt sind im Moskauer Umland acht Werke geplant. Drei neue Verarbeitungskomplexe will das Unternehmen davon bis Ende 2019 fertig stellen. Nach Angaben der Konzernführung wurden diese Projekte mit privaten Investitionen finanziert und sollen eine Gesamtkapazität von etwa einer Million Tonnen haben. Die Komplexe stellen eine Kombination aus Sortieranlage und Kompostieranlage für organische Abfälle dar und sind in den Kreisen Sergijew Possad, Kolomna und Kaschira gelegen.

Darüber hinaus realisiert RT-Invest auch den Bau mehrerer Müllverbrennungsanlagen im Gebiet Moskau, in der russischen Teilrepublik Tatarstan sowie in Südrussland (siehe Tabelle).

Ein weiterer Großinvestor ist das Unternehmen „Tschisty Gorod“. Nach Angaben von Generaldirektorin Polina Wergun hat „Tschisty Gorod“ sich bei acht Projekten mit einem Gesamtwert von sechs Milliarden Rubel (etwa 85 Millionen Euro) um staatliche Unterstützung beworben.

Dazu zählt aber nicht das größte Projekt des Konzerns. Der Aufbau eines Umwelttechnoparks in der Region Rostow, wo neben einer Deponie auch eine Kompostieranlage und ein Komplex zur Verarbeitung von bis zu 250.000 Tonnen Polymerabfällen entstehen sollen, kostet nämlich allein umgerechnet mehr als 110 Millionen Euro. Zu 70 Prozent soll es über Kredite finanziert werden.

Wichtige Investitionsprojekte in der Abfallwirtschaft Russland (Auswahl)

Projekt/Region Investition (Mio. Euro) Projektstand Projektbetreiber
Bau von vier Müllverarbeitungswerken (mit Stromerzeugung)/Solnetschnogorsk, Naro-Fominsk, Woskresensk, Noginsk im Gebiet Moskau 1.995 Im Bau, 2 Anlagen bis 2021, 2 Anlagen bis 2023 RT-Invest (Tochter von Rostech)
Bau von zwei Müllverbrennungsanlagen (mit Stromerzeugung)/Regionen Krasnodar und Stawropol 550 Geplante Fertigstellung 2024 RT-Invest
Bau einer Müllverbrennungsanlage (mit Stromerzeugung)/Republik Tatarstan 394 Projekt soll die Öko-Expertise durchlaufen RT-Invest
Bau von Abfallverarbeitungs- und Aussonderungsanlagen sowie einer Abfalllagerung/Gebiet Tambow 112 Verlautbarung der Gebietsverwaltung für Energie- und Kommunalwirtschaft. Volle Inbetriebnahme: 2030 Regierung des Gebiets Tambow
Bau von Müllsortierungs- und Verarbeitungswerken sowie einer Müllhalde/Jekaterinburg und Nischni Tagil 70 Geplante Fertigstellung 2021 Regierung des Gebiets Swerdlowsk
Bau eines Müllverarbeitungswerks/Gebiet Rostow 56 Geplante Fertigstellung: 2021 GK Tschistyj Gorod
Bau von 7 Müllsortierungs- und 3 Müllverbrennungsanlagen sowie einem Abfallverarbeitungswerk und Müllhalden/Gebiet Tomsk 20 Bauzeit: 2020-2024 Verwaltung des Gebiets Tomsk
Bau einer Müllsortierungsanlage/Republik Baschkirien 7,6 Fertigstellung: 2022 Regionaloperator Eco-City
Bau von vier Müllsortierungsanlagen/Gebiet Uljanowsk 4 Bauzeit: 2019-2024 Regierung des Gebiets Uljanowsk
Aufbau des Industrieparks „Sapadnyj“ mit Schwerpunkt Abfallverarbeitung/Kemerovo 4 Fertigstellung: 2024 Verwaltung des Gebiets Kemerowo
Bau von 9 Müllsortierungs- und verarbeitungsanlagen/Republik Altaj 3 Im Bau, Fertigstellung: 2024 Regierung der Republik Altaj
Aufbau eines Reifenverarbeitungswerks/ Gebiet Lipezk 0,3 Projekt 2019 gestartet Ekozentr utilisaziji i innowazionnych technologij (gehört der Firma Zirkon, Residenten des Technoparks Lipezk)

Quelle: Recherchen von Germany Trade and Invest