Wichtige Akteure auf dem russischen Markt

Der Kampf um den russischen Markt für Abfallverarbeitung ist längst eröffnet. Immerhin geht es um einen Umsatz von jährlich etwa 200 Milliarden Rubel. Die wichtigsten Akteure stellen wir kurz auf dieser Seite vor.

Die Sortierung und Verarbeitung von Abfällen hat in Russland gerade erst begonnen (Foto: REO)

Wichtigster Akteur auf dem Abfallmarkt ist zweifellos der Russische Ökologische Operator (REO), der als staatliche Regulierungsbehörde den gesamten Sektor administriert und kontrolliert. Über den REO läuft auch die staatliche Finanzierung von Projekten. Ein ausführliches Porträt des nationalen Operators finden sie hier.

Für die Umsetzung der Reform sind aber in erster Linie die so genannten Regionalen Operatoren verantwortlich. Sie schließen Verträge mit den Gebieten und Gemeinden über die Entsorgung, sie tätigen die Investitionen, kaufen Maschinen und Anlagen. Eine Übersicht über die regionalen Operatoren finden sie hier

Daneben gibt es aber auch weitere Schwergewichte auf dem Markt der Abfallwirtschaft in Russland. Einige von ihnen haben sich den Status eines regionalen Operators gesichert, andere sind Großinvestoren bei Schlüsselprojekten oder besitzen langjährige lukrative Entsorgungsverträge:

RT-Invest: Das Unternehmen wurde 2012 unter Beteiligung der staatlichen Rüstungsholding Rostech (gehört 25 Prozent plus eine Aktie) gegründet, wird aber von Generaldirektor Andrej Schipeljow kontrolliert. Der Konzern ist russlandweit aktiv. 2017 gewann RT-Invest die erste Ausschreibung zum Bau von vier Müllverbrennungsanlagen im Gebiet Moskau und einer Anlage in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Die Investitionskosten belaufen sich laut Rostech-Chef Sergej Tschemesow auf 150 Milliarden Rubel (gut zwei Milliarden Euro). Nach Angaben Schipeljows strebt RT-Invest einen Marktanteil von etwa 30 Prozent des russischen Abfallmarktes an.
Webseite: http://www.rt-invest.com/

Viva Trans: Mit einem Umsatz von 3,71 Milliarden Rubel (50 Millionen Euro) einer der größten Akteure in Moskau. Die Anteilseigner des im Jahr 2000 zunächst als Baufirma gegründeten Unternehmens sind Andrej Polowinkin, Sergej Archipow und Nadeschda Kolossowa. Ist im Süden Moskaus für die Entsorgung verantwortlich und unterhält mehrere Deponien im Moskauer Umland. Kunden sind vor allem staatliche Strukturen.
Webseite: https://www.viva-trans.com/

Hartiya: Das 2012 gegründete Unternehmen gehört Igor Tschaika, dem Sohn von Russlands Generalstaatsanwalt Juri Tschaika. Der Umsatz 2017 lag bei 2,54 Milliarden Rubel (gut 35 Millionen Euro). Hartiya hat 2015 in Moskau Großaufträge zur Entsorgung von zwei Stadtgebieten über 15 Jahre und insgesamt fast 600 Millionen Euro gewonnen. Darüber hinaus ist Hartiya im Moskauer Umland sowie in den Gebieten Jaroslawl und Tula aktiv.
Webseite: http://hartiya.com/

Ekolain: Ebenfalls hauptsächlich in Moskau aktiv und mit langjährigen Entsorgungsverträgen ausgestattet ist die 2012 gegründete Firmengruppe Ekolain, die im Juli 2019 den Konkurrenten MKM Logistika übernommen hat. Gesteuert wird das Unternehmen von Managern der Baufirma ARKS, an der Milliardär Gennadi Timtschenko beteiligt ist.
Webseite: http://ec-line.ru/

Tschisty Gorod Einer der größten Akteure in den Regionen ist das in Wolgograd beheimatete Unternehmen „Tschisty Gorod“. Insgesamt ist „Tschisty Gorod“ (zu dt: „Saubere Stadt“) in sieben Regionen aktiv, davon in fünf als regionaler Operator. Das Unternehmen hat seinen Schwerpunkt in Südrussland, ist aber daneben auch in Archangelsk vertreten.