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Fehlende Ersatzteile bedrohen Russlands Müllreform

Westliche Sanktionen gefährden die Abfallreform in Russland. Aufgrund von Exportverboten erhalten russische Sortier- und Verwertungsanlagen keine Ersatzteile mehr für ihre Maschinen.

05/16/2022

foto: shutterstock / Nordroden

In Russland läuft seit Jahren die Einführung eines Mülltrennungssystem mit zwei Containern: Bürger trennen ihre Abfälle in wiederverwertbaren Hausmüll und in Restmüll. Volle Container werden zur Abfallsortierung gebracht, wo importierte Maschinen im Betrieb sind. Wegen internationaler Sanktionen könnten die notwendigen Ersatzteile bald nicht mehr verfügbar sein, warnt Expertin Anna Garkuscha von der Umweltbewegung „Rasdelny sbor“.

„Die Sortieranlagen sind auf Komponenten wie Lager, Riemen oder optische Sortierer angewiesen“, so Garkuscha im Gespräch mit dem auf Umweltthemen spezialisierten Online-Portal Plus-one.ru. Sie bezweifelt, dass die Anlagen ihren Betrieb so lange aufrecht erhalten könnten, bis die benötigten Teile aus russischer Produktion kommen. Die bisherigen Stützungsmaßnahmen vonseiten des russischen Staates würden das Fehlen der Ersatzteile nicht lösen, kritisiert die Expertin.

Gestiegene Logistikkosten und das Embargo für High-Tech-Ausrüstung würden auch Recyclingunternehmen Probleme bereiten, konstatiert Leonid Sinuzin, Leiter des Umweltprojekts Sobirator. Die Zukunft der Branche sieht er pessimistisch: Die Abfallwirtschaft sei auch in den vergangenen Jahren kaum rentabel gewesen. Nun müssten viele neue Projekte auf den Prüfstand.

Ein Insider berichtete dem russischen Internet-Portal, dass viele Müllverwerter ihre Probleme offenbar verbergen würden, um den Anforderungen des nationalen „Umwelt“-Projekts doch noch gerecht zu werden. Bis 2030 will Russland alle festen Siedlungsabfälle zur Sortierung schicken. Ihre Deponierung soll bis dahin halbiert werden und die Recyclingquote auf 49,5 Prozent steigen. In Russland werden Schätzungen zufolge indes nur sieben Prozent aller Abfälle wiederverwertet. / TBO (RU)

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