Marktakteure in Deutschland

In Deutschland ist die Abfallentsorgung größtenteils privatwirtschaftlich organisiert. Trotz einer Vielzahl von Anbietern haben sich in den letzten Jahren klare Marktführer innerhalb der Branche entwickelt.

Das Remondis Lippewerk kann pro Jahr 100.000 Tonnen an alten Elektronikgeräten recyceln. (Foto: Remondis)

Laut der Statistikbehörde sind in Deutschland 1.548 Unternehmen mit rund 155.000 Beschäftigten in der Entsorgungswirtschaft aktiv. 2017 lag der Umsatz der Branche demnach bei 35,9 Milliarden Euro. Ungefähr ein Drittel entfällt dabei jeweils auf die Einsatzgebiete Recycling, Abfallsammlung und Abfallbehandlung beziehungsweise –beseitigung. Die meisten Betriebe haben sich auf einzelne Aspekte der Entsorgung spezialisiert. Es gibt aber auch Palettenanbieter.

Der mit Abstand größte Konzern in der Abfallbranche Deutschlands ist dabei Remondis. Das im Bereich Recycling, Wasserwirtschaft und kommunale Dienstleistungen aktive Unternehmen erzielt jährlich einen Umsatz von über sieben Milliarden Euro. Das ist mehr als die größten privat geführten Konkurrenten zusammen erwirtschaften. Remondis ist in Deutschland fast flächendeckend aktiv und bietet praktisch auch die gesamte Bandbreite von Recyclingmöglichkeiten an, sei es Papier und Holz, die Wiederverarbeitung von Schrott und Nichteisenmetallen, von Bauschutt, aber auch Kunststoffen.

Insgesamt verwertet Remondis eigenen Angaben nach pro Jahr etwa 30 Millionen Tonnen an Wertstoffen. Dabei umfassen die Geschäftsfelder sowohl den Transport und die Logistik der Abfälle, als auch die Sortierung und anschließende Wiederverarbeitung. Zudem ist der Konzern auch in der Energiegewinnung aus Abfällen tätig.

Alba Group und Veolia kämpfen um den Markt

Ein weiterer großer Anbieter ist die Alba Group mit Sitz in Berlin und rund zwei Milliarden Euro Umsatz. Der Konzern bietet im Bereich Recycling ebenfalls die ganze Palette von Stahl und Elektroschott bis zu Holz, Papier, Glas und Kunststoffen an. Wichtiger Teil der Gruppe ist der Anbieter dualer Systeme Interseroh.

Acht Anbieter von Dualen Systemen stehen im Wettbewerb bei Verpackungen

Insgesamt gibt es derzeit acht Anbieter von Dualen Systemen, die für die Entsorgung von Verpackungsabfällen zuständig sind. Nach einer Studie der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) ist hier der mit Abstand größte Anbieter Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH. Stand 1. Januar 2019 hatte das Unternehmen bei der Abnahme von Papier, Pappe und Kartons einen Marktanteil von 36,01 Prozent, bei Leichtverpackungen 31,47 Prozent und bei Glas immerhin noch 30,71 Prozent. Die starke Marktstellung des Unternehmens lässt sich geschichtlich leicht erklären, immerhin war der Grüne Punkt vor etwa 30 Jahren das erste in Deutschland entwickelte System zur Entsorgung von Verpackungen und wird von vielen Deutschen noch heute als das Markenzeichen der Branche betrachtet.

Der grüne Punkt (Foto: stock.adobe.com)

Inzwischen haben die Wettbewerber aber deutlich aufgeholt. BellandVision GmbH und die Interseroh Dienstleistungs GmbH haben stark an Marktanteilen hinzugewonnen. BellandVision, ein Tochterunternehmen der französischen Suez Environment, ist dabei besonders im Bereich Glasentsorgung stark und ist mit einem Anteil 34,26 Prozent hier sogar führend, während es bei Leichtverpackungen (17,87 Prozent) und Papier (12,9 Prozent) auf Platz drei liegt, während Interseroh hier 14,5 Prozent der Papierabfälle, 16,2 Prozent von Altglas und 23,83 Prozent der Leichtverpackungen entsorgt.

Dahinter folgen Reclay Systems, die Noventitz Dual, Zentek, Landbell und Veolia. Ein neuer Akteur soll in Kürze hinzukommen: Die Schwarz-Gruppe, ein Handelsunternehmen, plant bis 2021, den Aufbau eines eigenen Dualsystems mit Investitionen im dreistelligen Millionenbereich.